Ich sage es ganz ehrlich: Ich gehöre auch zu den Menschen, denen einfache Bilder und augenscheinlich kausale Zusammenhänge nicht ausreichen, um wichtige Zusammenhänge zu erklären. Naturwissenschaftlich geprägt und statistisch ausgebildet verlangt mein Gehirn nach klaren Kriterien: Korrelationen und Signifikanzen helfen mir mehr, als der Glaube an das Gute und Augenscheinliche. Und das Thema „Unternehmenskultur“ repräsentiert vermutlich einer jener Bereiche, deren Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Erfolg einer Organisation mit am schwierigsten nachzuweisen ist.

Da war ich doch wirklich sehr gespannt auf die Ergebnisse der neuen Studie des Beratungsunternehmens Heidrick Consulting zum Zusammenhang zwischen Kultur und Erfolg: Liefert sie eine stichhaltige Begründung für den Zusammenhang zwischen einerseits der Investition in die Erforschung und Gestaltung der eigenen Unternehmenskultur und andererseits dem wirtschaftlichen Erfolg der Organisation?
Und ich muss sagen: Mich haben die Ergebnisse dieser im März 2021 international durchgeführten Befragung von 500 CEOs absolut überzeugt!

Die Ausgangsfrage der Studie setzt an dem Punkt an, dass einerseits die meisten CEOs um die Bedeutung einer konstruktiven Unternehmenskultur wissen und dieses Thema durchaus priorisieren. Auf die Frage, ob die Kultur im Fokus steht, bekommt man auf der anderen Seite in der Regel eine politisch korrekte und sozial erwünschte Antwort, so Jens Vogt, Partner von Heidrich Consulting und Co-Autor der Studie. Fragt man allerdings danach, welche Faktoren für den Unternehmenserfolg wirklich verantwortlich sind, dann antworteten die meisten Chefs, dass Strategie, Führung, Prozesse und Regeln entscheidend sind.

Die Studie geht also der Frage nach, ob es Unternehmen gibt, die die Gestaltung und Entwicklung der Unternehmenskultur zu den wichtigsten drei Treibern für den unternehmerischen Erfolg zählen und ob sich diese „cultural accelerators“ damit in ihrer Performance auch von den anderen Unternehmen abheben. Im Artikel des Spiegel, der in seiner online-Ausgabe am 15.07.2021 von der Studie berichtete, fasst Jens Vogt die wichtigste Erkenntnis aus der Studie sinngemäß so zusammen: Über drei Jahre gemessen, erreichten diejenigen der 500 weltweit untersuchten Firmen, die von derart kulturbewussten Chefinnen und Chefs geführt wurden, ein Wachstum von 9,1 Prozent – die anderen Unternehmen kamen nur auf 4,4 Prozent. und weiter: „Je intensiver CEOs kulturelle Aspekte konsequent in die Organisation tragen, desto besser kann sich deren finanzielle Leistungsfähigkeit entwickeln“, so Vogt.

Auch über einen weiteren Punkt, der anschaulich durchaus nachvollziehbar ist, trifft die Studie eine detaillierte Aussage. Nämlich: Die Rolle der Unternehmenslenker bei der aktiven Förderung der angestrebten Kultur kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden: Es macht einen entscheidenden Unterschied, wenn die Personen aus dem Management in ihrem täglichen Handeln erkennen lassen, dass ihnen an der proklamierten Kultur wirklich etwas liegt und sie die damit verbundene Haltung zum Maßstab für ihr Handeln im Alltag machen.

Schon seit vielen Jahren widme ich mich mit Gantenbein Consulting nun schon dem Thema Unternehmenskultur und deren Erschließung. Studien wie die hier beschriebene oder auch die von Cooke (2004) und von Cooke and Szumal (2000) durchgeführten zeigen eindrücklich den positiven Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und wirtschaftlichem Erfolg. Eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit an der Unternehmenskultur und deren Ausrichtung für die Zukunft ist allerdings die präzise Analyse. Hier setze ich auf das validierte Organizational Culture Inventory®, um die Ist- und Soll-Kultur zu erfragen und zu beschreiben.

Mehr dazu finden Sie hier: gantenbein-consulting.de/unternehmenskulturanalyse

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