Fehlt Ihnen der Flurfunk?

Wir kommen in der „neuen Welt“ in bzw. nach der Pandemie zurecht.
Und dennoch ist sie eine andere!

Klar kommen wir inzwischen gut mit der „neuen Welt“ in oder nach der Pandemie zurecht. Bei allem, was sich verändert hat, was uns Schwierigkeiten bereitet hat und trotz vieler Anstrengungen im alltäglichen und beruflichen Leben: Es läuft inzwischen wieder!

Einiges hat sich allerdings gravierend verändert und lässt sich auch nicht mehr so schnell „einrenken“. So haben wir vom home-office aus eine wesentliche Verbindung zur kulturellen DNA des Unternehmens praktisch verloren: Wir haben den geliebten, gehassten und gefürchteten – aber eben doch wichtigen- Flurfunk nicht mehr.

Es war so einfach: Wir konnten eine Information nicht richtig einordnen, die wir gerade bekommen haben? Nicht, weil wir den Inhalt nicht verstanden hätten. Nein, der Kontext: Was will der Sender uns damit wirklich sagen? Was also ist Aussage hinter den Zeilen? Bleibt alles so, oder bahnt sich da gerade eine weitreichende Änderung ihren Weg? Können wir uns zurücklehnen, oder sollten wir nicht viel eher alarmiert sein?

Früher, also vor der Pandemie und dem damit verbundenen Exodus aus den Unternehmensetagen, war es für viele von uns relativ einfach, der Auflösung solcher Fragen näher zu kommen: Raus aus dem Büro, rein in den Pausenraum. Nach 5 min Gespräch war die erste Orientierung da, nach spätestens 2 Tagen wussten wir, wie das angerissene Thema in der Firma „zu sehen“ und damit zu handhaben ist.

Flurfunk

Flurfunk – und was er für die Organisation leistet

Flurfunk als Orientierungshilfe, quasi als „soziale Hygienefunktion“. Und damit auch als kulturprägendes Element des Unternehmens, das den Mitarbeitenden schnell einen Deutungsrahmen gegeben hat. Bei allen Bedenken wegen der gefürchteten, teils sogar anarchischen Kraft dieses ungebetenen und dennoch nicht wegzuverbietenden Mediums der Meinungsmache und -verbreitung: Der Flurfunk ist eine der wesentlichen und wichtigen Informationsquellen des Unternehmens. Und damit eine Komponente, die sich im Kontext der Unternehmenskultur nicht einfach ausblenden oder wegdiskutieren lässt (so wünschenswert oder einfach das manchmal auch wäre). Und mal Hand aufs Herz: Geholfen hat es ja irgendwie schon, auf die Stimmung der Flure zu hören und diese Quelle bewusst oder unbewusst anzuzapfen!

Wie machen wir das nun heute oder in Zukunft? Ich habe mich kürzlich mit einem Mitarbeitenden bei einem Kunden über dieses Thema unterhalten. Und er hat das hier umrissene Thema so auf den Punkt gebracht: Den Menschen fehlt es aktuell sehr an solchen „einfachen“ Orientierungsfunktionen, wie sie der Flurfunk gewährleistet hat, meinte er. Denn: Mit dem Wegfall der Kommunikation von Tür zu Tür, von der einen Seite des Flurs zur anderen, im Pausenraum oder in der U-Bahn, fehlt etwas, was bis vor kurzem wesentlich zur Prägung und Entwicklung der Unternehmenskultur beigetragen hat. Die Haltung und Einstellung einzelner Mitarbeitender und wie sich diese mit anderen verbindet, benötigt Quellen, die der Überprüfung dienen und die Kultur quasi fortlaufend nachsteuern. Und er meinte weiter, dass wir jetzt an einem Punkt sind, an dem wir uns die Frage stellen sollten, wie in Zukunft schnelle Orientierung , so wie der Flurfunk das ermöglicht hat, denn gewährleistet werden könnte.

Flurfunk ohne Flur – was kommt danach?

Klar ist für mich eines: Flurfunk als ein prägender Teil der Unternehmenskultur wird nicht einfach wegfallen, nur weil es nicht mehr genügt, die Tür zum Flur zu öffnen, um daran teilhaben zu können. Das Interesse an Orientierung wird bleiben. Das ist die Grundlage für das Entstehen von Unternehmenskultur überhaupt! Und es wird sich neue und andere Wege suchen, um bedient und befriedigt zu werden. Ich sehe dieses Phänomen ohnehin viel pragmatischer als viele, mit denen ich darüber spreche: Das Problem ist nicht der Flurfunk an sich. Zum Problem wird er dann, wenn formale Information wenig überzeugt oder gar nicht erst ankommt! Wenn also ein Informationsvakuum ensteht und man dessen Attraktion nicht durch eine offene, formale und umfassende Kommunikation in erträgliche Bahnen lenkt: Verlässliche Information quasi als Leitplanken für das Bedürfnis nach Teilhabe, nach Orientierung und nach Gemeinschaft!

Wie stehen Sie zum Thema Flurfunk: Fluch oder eher Segen? Hygiene für das Betriebsklima oder Gerüchte-Dampfbeschleuniger? Wo sehen Sie die Räume, die in Zukunft die fehlende persönliche Begegnung im Unternehmen ersetzen? Wie könnte eine ähnlich schnelle und verbindende Kommunikation aussehen?
Diskutieren Sie mit. Ich bin gespannt auf Ihre Gedanken dazu!

Sie interessieren sich mehr für das Thema Unternehmenskultur, Kulturanalyse und den Beitrag, den die Kultur zum Erfolg des Unternehmens liefert?
Besuchen Sie am 27.09.2021, 18:00 Uhr, meinen Live-Stream. Ich freue mich auf Sie. Hier geht’s zur Anmeldung!

Zu allen weiteren Fragen rund um das Thema „Unternehmenskultur“ freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme und besuchen Sie meine Website:
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www.unternehmenskulturanalyse.de

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