Ich teile gerade mal meinen Bildschirm… Wie oft habe ich diesen Satz in den letzten Monaten gehört und selbst auch gesagt. Gefolgt von der Frage: Sie sehen meine Präsentation? Oft ja. Nicht immer. Manchmal mit Verzögerung…

Technik ist wichtig geworden seit der Pandemie und der damit verbundenen Zunahme an Online-Veranstaltungen in Training und Beratung. Am Anfang war ich zufrieden, wenn ich alles irgendwie zum Laufen brachte und am Laufen halten konnte. Die Zeiten werden sich wieder ändern. Aber ich bin mir ganz sicher: Der Bedarf an Seminaren, Trainings und Beratungseinheiten, die nicht in Präsenz abgehalten werden, wird bleiben. Zeit also, sich dem Thema wirklich zu stellen und auf eine professionelle Ebene zu heben – Das Streaming-Studio bei Gantenbein Consulting ist inzwischen fertiggestellt. Und damit können wir Inhalte für unsere Partner und Kunden auf hohem Niveau zur Verfügung stellen. Und uns dabei ganz auf den guten Kontakt mit den Menschen konzentrieren. Denn die Technik erledigt sich praktisch per Knopfdruck und -nach einer kleinen Einarbeitungszeit- wirklich nebenher.

Der Medienmix macht den Unterschied
Um auch online lebendig rüberzukommen, nutze ich gerne viele der gängigen Medien des Präsenzseminars: Flipchart und Pinwand beispielsweise. Aber eben auch die technischen Möglichkeiten zur Strukturierung und Gestaltung der Arbeitseinheiten: Präsentationen, Filme, Web-basierte Plattformen zur Zusammenarbeit, professionelle Grafikprogramme zum Scribbeln und Skizzieren auf dem Pad. Alles grundsätzlich kein Problem, wenn man sich erst mal damit angefreundet hat. Was die Arbeit im online-Meeting nun schwieriger macht, ist die Kombination dieser Möglichkeiten, das Ein- und Überblenden ohne Stress und Sucherei. Mit der richtigen Technik im Streaming Studio reduziert sich der Aufwand auf die richtige Vorarbeit: Das Einstellen der Szenen, die dann an der richtigen Stelle einfach eingeblendet bzw. überblendet werden: Das Teilen des Bildschirms entfällt praktisch komplett. Ich sehe immer, was meine Teilnehmenden auch sehen! Auch Bildunterschriften, Bauchbinden und beispielsweise das Logo des Kunden können bei Bedarf eingeblendet und nach einer gewissen Zeit wieder aus der Szene entfernt werden.

Der Aufwand, den ich für dieses Studio betreibe, hält sich durchaus in Grenzen: Eine gute Kamera (mit hoher Auflösung und Bildrate), zwei Lichtpanels mit Stativen und für die gute Tonqualität ohne Headset eine Jabra-Box: Das ist im Prinzip schon alles, was ich für zwingend erforderlich halte. Die technische Umsetzung der Bildzusammensetzung und das Mischen der Audio und Video-Inputs realisiere ich über das kostenfreie OBS-Studio, einer Open Source Software, die auf dem Laptop installiert ist. Mit dieser technischen Lösung kann ich auf der einen Seite des screens die Szenen einrichten: Alle Medienquellen (Video, Bilder, Webinhalte, Bildschirmausschnitte) können in der Größe skaliert und damit zu einem stimmigen Gesamtbild arrangiert werden. Während ich diesen Bildinhalt dann streame, kann ich parallel dazu die nächste Szene aufbauen bzw. noch besser, die schon passend vorbereitete nächste Szene einfach abrufen. Die Bildübertragung auf der Plattform der Wahl erfolgt übrigens bei Verwendung des OBS-Studios mit der „OBS-Virtuelle Kamera“, die als zusätzliche Kamera in den Geräteeinstellungen angezeigt wird und entsprechend ausgewählt werden kann.

Ein bisschen mehr Drumrum darf natürlich schon noch sein: Ein älteres Handy mit guter Kamera in einem Rack dient mir als zweite Videoquelle. Die ebenfalls kostenlose App „droidCam OBS“ sorgt für eine reibungslose Integration der Handykamera in das OBS-Studio. Die Software „Reflektor“ von Airqsuirrels ermöglicht es mir, die entstehenden Notizen und Skizzen auf meinem Pad am Desktop meines Notebooks in Echtzeit anzuzeigen. Von hier aus kann ich sie dann wiederum in eine Szene meines Streams einbauen: Als Vollbild oder aber auch nur als ein Teil des gestreamten Bildes. Erleichtert wird die Arbeit im Studio nun noch von einem Streaming-Deck (ich verwende das von Elgato): Die Tasten des Decks lassen sich individuell belegen und damit wird das Überblenden der gewünschten Szenen einfach per Tastendruck ausgelöst. Und als Tüpfelchen auf dem „I“ sorgt schließlich der zweite Bildschirm dafür, dass ich die Konferenz in Teams, Zoom oder wo auch immer im Blick habe. Während auf dem anderen Screen das Studio mit allen Features seinen Platz findet.

Ich gestehe: Das Handling dieses Ensembles ist mir nicht über Nacht zugeflogen und die Auswahl der passenden Komponenten hat auch die eine oder andere Stunde in Anspruch genommen. Aber es hat sich absolut gelohnt und die Arbeit mit den Kunden aus dem Studio heraus macht richtig Spass.

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